| Wie
jedes Jahr reise ich auch diesen Winter wieder für eine Woche nach
Marokko, um neue Verkaufspferde einzukaufen. Abdel hat bereits ein
Pferd gekauft, welches mich interessieren könnte. Ich möchte jedoch
noch 3 weitere Pferde mit in die
Schweiz nehmen. Nun nutze ich die Gelegenheit, ein paar Tage nach Marokko zu fliegen, um ein wenig Zeit mit Abdel zu verbringen, das gekaufte Pferd zu begutachten und natürlich auf den Souks nach weiteren Perlen zu suchen. Dieses Mal begleitet mich meine ehemalige Praktikantin Larina. Hier unser Reisebericht ... Dieses Mal habe ich meine Reise mit ein bisschen Vorlauf geplant ... Mein französisches Team Pascaline, Franck und Achille vertreten mich während meiner Abwesenheit auf dem Hof, die Reiseroute ist ebenfalls durchgeplant, Hotels reserviert, Flüge gebucht ... |
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| Freitag, 6. Februar 2026 - Tag 1 Unser Flieger geht um 07h30 ab Genf und Franck fährt uns hin, damit mein Mann Urs sich nicht schon wieder die Nacht um die Ohren schlagen muss, um uns nach Genf zu bringen. Wir fahren also mitten in der Nacht los, um gegen 05h30 am Flughafen anzukommen. Da wir bereits online eingecheckt haben, bleibt uns eine Menge Zeit, uns noch ein bisschen auszuruhen vor dem Flug. Der Flieger hebt pünktlich ab und wir kommen noch vor 11h00 am Flughafen Menara in Marrakesch an. Nach einer dringend benötigten Zigarette machen wir uns auf die Suche nach der Autovermietung. Dieses Mal ist es einfach ... die Autovermietung finde ich ziemlich schnell in einem grossen Kastenwagen und oh Wunder (beim letzten Mal mussten wir fast 2 Stunden auf unser Fahrzeug warten), unser Wagen steht bereits auf dem Parkplatz. Wir können also nach weniger als 15 Minuten losfahren. Dieses Jahr fahren wir zuerst in die Innenstadt zum Jemaa El Fna. Ich möchte Larina, welche zum ersten Mal in Marokko ist, die Medina zeigen. Wie immer schlage ich mich die ersten 5 Minuten mit der mittlerweilen für mich ungewohnten Gangschaltung meines Mietwagens herum, weitere 5 Minuten rege ich mich über die doch etwas eigene, um nicht zu sagen katastrophale Fahrweise der Marokkaner auf ... nur um dann weitere 5 Minuten später ganz genauso zu fahren wie die Einheimischen; hupen bei jeder Gelegenheit, rechts und links überholen, mitten auf zwei Fahrspuren fahren, durchs offene Fenster mehr oder weniger freundlich meine Meinung kundtun und ... und ... und *grins*! Einen bewachten Parkplatz in der Nähe des Jemaa El Fna zu finden ist nicht immer einfach ... aber heute haben wir Glück. Bei einem privaten Parkplatz (also einem Innenhof von irgend jemandem) werde ich hereingerufen. Das klappt doch super heute. Nach einem kurzen Marsch kommen wir beim Jemaa El Fna an, laufen gemütlich durch die immer laute und fröhliche Medina und schauen uns all die tolle Dinge an, die man hier kaufen kann. Shoppen macht hungrig ... und so gehen wir bald ins schöne Café Arabe zum Mittagessen. Eine kleine Oase der Ruhe inmitten der Medina! |
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| Nach
unserer etwas längeren Mittagspause spazieren wir noch ein bisschen
durch die Medina, nehmen einen leckeren Minzetee im Café des Épices und
machen uns dann langsam auf die Suche nach unserem Mietwagen. Larina
ist gut ... mit GPS finden wir unser Auto ziemlich rasch und
brechen dann auf in Richtung Settat, wo wir am Abend mit Abdel
verabredet sind. Leider habe ich nicht wirklich daran gedacht, wie der Strassenverkehr in Marrakesch um 17h00 aussieht ... wie dumm von mir. Das totale Chaos! Jeder fährt, wo und wie es ihm gerade passt ... herumturnende Menschen auf Ladeflächen von Pickups, Fahrradfahrer, Busse, hupende Scooter ... und jeder versucht sich irgendwie in den Kreisverkehr zu drängen. Übringens haben die Marokkaner immer noch nicht kapiert, wie ein Kreisverkehr funktioniert. Wenn Du also drin bist darfst Du nicht einfach durchfahren ... NEIN, wenn die nächste Strasse in den Kreisverkehr mündet musst Du im Kreisverkehr anhalten und die von der Strasse kommenden Autos zuerst reinlassen. Also eigentlich wie eine Kreuzung! Warum dann einen Kreisverkehr bauen??? Das Chaos ist perfekt! Nach einer ganzen Weile haben wir es aus Marrakesch raus geschafft und sind auf der fast leeren Autobahn Richtung Settat unterwegs. Wir kommen gut voran. Aber schon bald fallen uns wieder ein paar Kuriositäten auf den Strassen Marokko auf ... im umgekehrten Pyramiden-System aufgebaute Stroh- und Heu-LKW (denen willst Du nicht auf Deiner Fahrbahn begegnen), auf Zahlstellen lebende Katzen und so weiter und so weiter ... Das Wetter ist besser als vorausgesagt und so kommen wir noch vor 20h00 in Settat an. Abdel kommt mit dem Zug und müsste eigentlich schon hier sein. Also rufe ich ihn an, um zu wissen, ob er bereits im Hotel ist. Fehlanzeige ... Abdel steckt im Zug fest, die Gleise wurden durch die Überschwemmungen unterspült und nichts geht mehr. Also checken wir ein und trinken anschliessend einen Minzetee. Abdel kommt schneller an als gedacht und so schaffen wir es doch noch, ein spätes Abendessen zusammen zu geniessen. Ich freue mich, ein paar Tage mit meinem lieben Freund verbringen zu können. |
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| Samstag, 7. Februar 2026 - Tag 2 Nach einer ungemütlichen und kurzen Nacht in den steinharten Betten unseres Hotels stehen wir am Morgen früh auf. Wir wollen den Souk in Settat besuchen. Einst einer der grössten in Marokko ist heute wenig los. Es hat die letzten Monate dauernd geregnet hier und alles versinkt im Schlamm. Die Händler sind demotiviert und kommen mit ihren Tieren nicht an den Souk. Wir schauen uns trotzdem die Pferde auf dem Souk an und es geht nicht lange, bis mir eine kleine Rappstute ins Auge fällt. Sie ist aufgeweckt, laut, hübsch und wie alle hier etwas mager. Da ich für eine Kundin auf der Suche nach einer jungen dunklen Stute bin schaue ich mir das Pferdchen genauer an. Nach etwas Übersetzungsarbeit durch Abdel finde ich heraus, dass die Kleine 2-jährig ist ... also genau das richtige Alter für meine Kundin. Ich lasse sie vortraben und mir gefällt, was ich sehe. Das Fohlen hat Potenzial! Abdel verhandelt hart und wenig später gehört sie mir. Draussen vor dem Souk wartet die mausfalbe Stute, welche Abdel vor 2 Wochen gekauft hat. Er hatte mir ein Video von ihr geschickt und ich bin interessiert. Also gehen wir raus und schauen uns die Stute an. Sie ist magerer als auf dem Video (vermutlich wurde nach dem Verkauf vor 2 Wochen das Futter eingestellt), ruhig, ziemlich abgelöscht, aber nett und hübsch. Sie ist 5-jährig und gefällt mir. Ich entscheide mich dafür, sie ebenfalls mit in die Schweiz zu nehmen. Die beiden Pferde - das Rappfohlen und die Mausfalbe - werden uns dann am Dienstag auf den Souk von Khemissett gebracht, von wo Abdel einen Transport nach Bouderbala in unsere Quarantäne-Station organisiert hat. Nach einem leckeren Minze-Tee verlassen wir den Souk. |
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Nach
einem leckeren Frühstück machen wir uns auf den Weg in das etwa 2
Stunden entfernte Ben Slimane, wo wir ein paar Pferde bei einem
privaten Händler anschauen wollen. Scheinbar ist da auch eine
Rappstute, welche Henri interessieren könnte. Bei unserer
Ankunft zeigt uns der Händler 2 ziemlich magere Fuchsstuten, eine
schöne Braune, eine leider etwas lahme Schimmelstute und eine wirklich
tolle Rappstute. Allerdings sind die Preise wohl an uns Europäer
angepasst und somit viel zu hoch! Leider haben wir keine Fotos gemacht,
aber Ihr findet die Pferde im Video Tag 2.
Wir fahren also bald wieder los in Richtung Bejaad, von wo wir dann den Mittleren Atlas überqueren, um nach Khénifra zu kommen. Dort wollen wir heute übernachten und morgen dann auf den Souk gehen. Da Abdel seinen Fahrausweis zuhause vergessen hat, fahre mal wieder ich über den Berg *smile*. Die Strasse über den Berg lässt zu wünschen übrig. Wie jedes Mal versuche ich den diversen riesigen Schlaglöchern auszuweichen, damit mein Mietwagen ohne kaputte Pneus oder gebrochene Achse in Khénifra ankommt. Die Landschaften auf unserer heutigen Reise sind wunderschön und sehr verschieden. Nur dieses Jahr ist alles viel grüner und überall haben sich durch den vielen Regen Seen entwickelt ... Während der Reise sehen wir immer wieder ganze Felder mit orangen Ringelblumen und nicht zu vergessen ... ein paar *bekloppte* Marokkaner mit 130 km/h auf der Autobahn im offenen Kofferraum! Hier ein paar Eindrücke vom wunderschönen Marokko. Es ist schon Abend als wir in Khénifra ankommen. Wir checken schnell in unser tolles Apparthotel ein und geniessen wir immer gegenüber ein leckeres Abendessen. Es ist mittlerweile bewölkt und saukalt. Zum Glück können wir das Appartment mit der Klimaanlage auch beheizen *smile*. |
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| Sonntag, 8. Februar 2026 - Tag 3 Ich erwache mitten in der Nacht durch Lärm in unserem Appartement. Ich stehe auf und sehe, dass ich die Terrassentür nicht ganz geschlossen hatte ... Wasser steht in der ganzen Küche und draussen stürmt und regnet es heftig. Schnell schliesse ich die Terrassentür und gehe wieder ins Bett. Am nächsten Morgen wachen wir früh, aber ausgeruht auf. Draussen regnet es in Strömen ... Wir wollen trotzdem nachschauen, ob der Souk bei diesem Sauwetter stattfindet. Der Fluss im sonst leeren Oued rast dreckig braun nur noch knapp unter der Brücke durch, der Souk ist überschwemmt und niemand ist da. Schade! Die ganze Fahrerei über den Berg für nichts. Vom Hotelpersonal erfahren wir, dass die Bergstrasse wegen Überflutung gesperrt wurde. Wir gehen zurück zu unserem Hotel, packen und machen uns nach einem leckeren Frühstück unverrichteter Dinge und ziemlich schlecht gelaunt auf nach Meknès. Der Weg von Khénifra nach Meknès ist eine meiner Lieblingsstrecken ... die Landschaften verändern sich dauernd von bergig zu weitflächig, die Farben sind wundervoll und die Landschaft zeigt sich in rot-violett-grün-Tönen. Man fährt kilometerlang an den Ländereien des Königs mit seinen Kühen vorbei. Heute allerdings zeigt sich uns vor allem das Ausmass der Überschwemmungen durch den wochenlangen Dauerregen. Felder werden zu reissenden Strömen, überall gibt es Seenlandschaften, die normalerweise leeren Oueds sind prall gefüllt mit Schlamm, Strassen werden überschwemmt ... Ich glaube Marokko hat genug Regen für das ganze Jahr bekommen. Am Ende unserer Fahrt werden wir dann noch mit einem wunderschönen Regenbogen belohnt. Wir kommen am Nachmittag endlich in Meknès an. Larina und ich checken in unserem tollen Hotel Plaisance in Meknès ein. Wir sind bei Abdel's Mutter zu einem späten Mittagessen eingeladen und freuen uns sehr darauf. Abdel's Mama ist eine liebe Frau und tolle Köchin. Gegen 14h00 fahren wir zu Abdel's Haus und geniessen dort ein paar entspannte Stunden und ein leckeres, wie immer sehr reichhaltiges Essen. Es gibt verschiedene Salate und dazu Hähnchen mit Pommes ... ein Traum! Wir verteilen die Geschenke für die Familie und planen die nächsten Tage. Immer noch satt vom Mittagessen lassen wir das Abendessen ausfallen und gehen früh zu Bett ... |
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| Montag, 9. Februar 2026 - Tag 4 Nach einer sehr erholsamen Nacht können wir ein bisschen ausschlafen. Es regnet immer noch ununterbrochen. Wir haben uns später mit Abdel verabredet, um nach Tissa zu fahren. Dort wollen wir auf einem Berg eine falbe Stute anschauen, welche mich interessiert. Abdel hatte mir vor ein paar Tagen ein paar Fotos (die 3 ersten Bilder) und ein Video der Hübschen geschickt. Wir geniessen ein leckeres Frühstück und machen uns auf ins Quartier Al Bassatine, um Abdel abzuholen. Dieses Mal achte ich darauf, dass er seinen Fahrausweis dabei hat *grins*. Wir fahren gemütlich los in Richtung Fès. Abdel fährt, was mir die Gelegenheit gibt, ein paar Fotos zu machen. Als wir nach 1 Stunde in Fès ankommen meldet sich der Besitzer der falben Stute. Gestern sei seine Grossmutter verstorben ... er könne uns die Pferde heute nicht zeigen. Es tut uns leid um seine Grossmutter und wir bekunden unser Beileid, aber wir sind auch ein bisschen genervt, dass er uns das erst jetzt sagt. Aber ausserdem wäre es vermutlich sowieso nicht möglich gewesen über die gefährliche Piste auf den Berg zu fahren bei diesen Wetterverhältnissen. Die Piste wurde zum Fluss ... Wir sind unzufrieden, dass wir keine Pferde sehen können. Also ruft Abdel ein paar bekannte Händler in der Region von Fès an und so fahren wir zu einem anderen Züchter und Händler in Tissa, welcher uns ein paar seiner Pferde zeigen möchte. Der Mann hat gute Pferde, aber auch immer sehr hohe Preise. Die Pferde sind so verdreckt, dass man kaum deren Fellfarbe sehen kann ... die Marokkaner können wirklich nicht mit Regenwetter umgehen *grins*. Eine dunkelbraune Stute hat es mir angetan ... aber der Preis ist nun wirklich zu hoch! Er hat ebenfalls eine wunderschöne graue Stute, die sich allerdings so schnell losreisst und über den Berg abhaut, dass ich kaum Zeit habe, sie mir näher anzuschauen (siehe Video Tag 3). Wir bekommen ein leckeres Mittagessen mit frischem Fladenbrot, den besten Oliven, Ei und marokkanischem Gebäck. Anschliessend verabschieden wir uns und brechen auf zum nächsten Händler und Züchter in Fès. |
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| Wir
fahren weiter nach Fès über die Landstrasse. Nachdem wir den Züchter
auf dem Berg mit seinen teuren Pferden hinter uns gelassen haben und
wieder im Tal ankommen müssen wir feststellen, dass die Strasse zurück
nach Fès in der Zwischenzeit wegen Überflutung gesperrt wurde. Das
Ausmass der Überschwemmungen wird immer schlimmer mit dem andauernden
Regen. Also müssen wir umdrehen und den ganzen Weg über die Berge
zurückfahren, um zur Autobahn nach Fès zu gelangen. Langsam haben
wir genug von diesem Wasser!!! |
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| Geschätzte
2 Stunden später kommen wir dann endlich beim Züchter
am Stadtrand von Fès an. Ich kenne ihn bereits, da wir vor 3 Jahren
schon einmal 2 Fohlen bei ihm gekauft hatten. Er ist ein
freundlicher und ehrlicher Mann, der seine Pferde gut behandelt.
Allerdings ist auch sein Stall im Wasser versunken und alle Pferde
stehen im Matsch. Mitten in einem Auslaufstall und total im Matsch steht eine kleine Palomino-Stute, die mein Interesse weckt. Ihre Vollschwester hatte Henri vor 3 Jahren hier gekauft und sie ist mittlerweile wunderschön geworden. Ich bitte Abdel mit dem Besitzer zu verhandeln. Im Moment ist sie mager, verdreckt, schüchtern und sieht nach nichts aus ... aber geputzt, entwurmt und mit ein wenig Futter im Bauch wird sie bestimmt sehr hübsch. Der Besitzer ist einverstanden mir die 3-jährige Jungstute zu überlassen. Ich freue mich, dass dieses Mädchen ebenfalls mit in die Schweiz darf und dort hoffentlich einen tollen und liebenswerten neuen Besitzer findet. Ausser der kleinen Palomino hat der Züchter auch noch ein Fuchsfohlen (leider zu jung) zu verkaufen, eine Menge Schwarznasenschafe und zeigt mir seinen schönen Nachwuchshengst und eine Stute mit ihrem Neugeborenen. Es ist schon spät und wir machen uns auf den Rückweg nach Meknès, wo wir später noch mit Abdel ein leckeres Abendessen geniessen, bevor wir müde in unsere Betten fallen. |
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| Dienstag, 10. Februar
2025 - Tag 5 Heute müssen wir früh aufstehen ... wir fahren zum Souk in Khemissett etwa 1 Stunde von Meknès entfernt. Also checken wir aus unserem Hotel aus, lassen das Frühstück ausfallen und holen Abdel ab. Das Wetter ist immer noch bewölkt, aber heute regnet es wenigstens nicht. Ich fühle mich etwas kränklich, aber ansonsten sind wir gut gelaunt. Mal sehen, was uns in Khemissett erwartet. Dieser Souk war früher ganz angenehm und der Umgang mit den Tieren war nicht so schlimm. Seit ein paar Jahren hingegen werden in die Mauern des Souks immer mehr Pferde hineingequetscht und viele Männer bringen ihre Fantasie-Hengste hier hin. Dadurch ist der Souk von Khemissett zu einem der übelsten Souks geworden, die ich kenne. Die Tiere werden getreten, geschlagen, man sieht viele ausgehungerte Stuten und daneben fette Fantasia-Hengste ... für mich und bestimmt auch alle Tiere ein Ort des Grauens! Bei unserer Ankunft klart es auf und wir sehen erste Sonnenstrahlen seit langem. Der Souk hingegen versinkt im Matsch und nur Larina traut sich eine Runde zu drehen und für uns ein Video zu drehen (siehe Video Tag 5). Es sind heute nicht viele Pferde da und für uns ist nichts dabei. Also begeben wir uns auf die Suche nach meinen beiden Pferden, welche ich in Settat gekauft hatte. Es sind viele LKW's hier und es dauert eine Weile, bis wir den LKW mit meinen beiden Schönheiten finden. Das Rappfohlen und die mausfalbe Stute sind ruhig und warten, bis sie auf ein anderes Fahrzeug umgeladen werden, welches sie dann in unsere Quarantäne-Station in Bouderbala bringt. Ich bin froh, dass die beiden bald in Sicherheit sein werden und ihr neues Leben mit Ruhe, eigener Box, Auslauf, regelmässigem Futter und anständiger Behandlung beginnen können. Während Abdel das problemlose Umladen der beiden Stuten überwacht beobachten Larina und ich einen kleinen Welpen, der auf dem Areal des Souks planlos herumrennt und mehrmals beinahe unter einem LKW endet. Er wird getreten, herumgeschubst, weggestossen ... und alles, was er möchte ist ein bisschen Liebe und Streicheleinheiten. Da hat er sich wohl das falsche Land ausgesucht! Nach einer Weile können wir sein Elend nicht mehr mitansehen und nehmen den Kleinen mit, obwohl wir noch keine Ahnung haben, wo wir den Welpen unterbringen können. Ein Mann, der einzige, welcher ihn vorher zwischendurch aus der Gefahrenzone nahm und ihm einen Becher Milch (gut gemeint, aber ohje!!!) angeboten hat fragt uns, was wir mit ihm vorhaben. Ich versuche ihm zu erklären, dass wir ihn mit in die Schweiz nehmen. Er findet das total gut. Es gibt also auch noch Menschen, die ein Herz für Hunde haben. Hunde gelten in Marokko im Allgemeinen als unrein. Ein anderer Mann hingegen fragt mich beim Vorbeigehen mit dem Welpen auf dem Arm, ob wir ihn essen wollen. Impressionen vom Souk findet ihr auf dem Video Tag 5 ... |
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| Nach einem
Frühstück mit den besten Galetten der Welt suchen wir zuerst ein
Geschäft für Hundebedarf ... kein leichtes Unterfangen in Khemissett!
Aber mit Google geht alles. Ich finde ein Geschäft ganz in der Nähe und
Abdel - obwohl nicht sehr glücklich über unseren neuen kleinen Freund -
fährt uns hin. Leine, Hundegeschirr, Futter- und Trinknapf, ein
wirksames Floh-Shampoo, saugfähige Unterlagen, eine
Katzen-Transportkiste und natürlich 2 Dosen Hundefutter ... alles
finden wir in diesem kleinen Laden. Erst als ich nach Robidog-Säckli
frage verlert der Mann dann seine Fassung *grins* ... er kann einfach
nicht verstehen und nachvollziehen, warum wir denn den Hundekot
aufsammeln wollen. Also lasse ich es, es scheint zu schwierig es ihm zu
erklären. Wir fahren weiter Richtung Marrakesch. Abdel möchte noch einen kleinen Abstecher zu einem Reitstall machen, wo man ihm eine Cremello-Stute angeboten hat. Also packen wir unseren todmüden Welpen in seine Kiste und schauen uns den Reiterhof an. Der Hof ist gross, aber ein bisschen heruntergekommen. Die meisten Pferde ziehen die Köpfe ein, wenn man sich ihren Boxen nähert ... in einem separaten Stall stehen dann die reinen Berber, welche uns stolz vorgeführt werden (siehe Video Tag 5). Wir bleiben einen Moment, lassen uns den Betrieb zeigen, trinken einen Tee und fahren dann weiter nach Marrakesch. Heute Abend sind wir eingeladen in der Villa Cannella, dem neuen Gästehaus von Philippe (einem Freund von Abdel) etwas ausserhalb von Marrakesch zu übernachten. Ich bin schon sehr gespannt auf die Villa ... |
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| Ich bin
mittlerweile so richtig krank. Also gehe ich kurz vor Ankunft noch in
eine Apotheke, wo mir ein Antibiotikum abgegeben wird (einfach so).
Kurz danach kommen wir in der Villa Cannella an. Das Anwesen ist
wunderschön und idyllisch ... eine Oase der Ruhe nur wenige Kilometer
ausserhalb der pulsierenden Stadt Marrakesch. Wir sind alle müde und
geniessen die schöne und gemütliche Atmosphäre dieses Ortes. Nachdem wir unsere kleine Hündin - wir haben ihr den Namen Mansoura gegeben, was *sie triumphiert* heisst - gebadet, entfloht, gefönt und gefüttert haben können wir uns endlich bei einem gemütlichen Apéro ausruhen. Philippe hat mir sogar einen Wein bereitgestellt. Vielen Dank lieber Philippe, dass wir mitsamt dreckigem Hund in Deiner traumhaften Villa einziehen dürfen! Nach einem sehr leckeren Abendessen (vielen Dank an die begnadete Köchin) spielen wir noch ein bisschen mit Mansoura, damit sie dann auch durchschläft. Mansoura ist wirklich ein tolles Hundemädchen. Sie weckt mich nur einmal in der Nacht, um rauszugehen. Ansonsten schläft sie ruhig neben mir. |
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| Mittwoch, 11. Februar 2026 - Tag 6 Am Morgen zeigt sich Marrakesch bei schönstem Sonnenschein. Nachdem Larina und ich unseren kleinen Nimmersatt Mansoura gefüttert haben mache ich noch in paar Fotos und Videos der Villa Cannella. Ich bin wirklich nicht so leicht zu begeistern, aber Philippe hat an diesem Ort etwas Magisches und Wunderschönes geschaffen. Die Villa ist stilsicher und mit viel Liebe zum Detail eingerichtet worden. Aber seht selbst ... Villa Cannella - Les jardins de Touhina, Domaine Akhdar 2 Die Villa Cannella hat 6 Doppel-Zimmer, Küche, Esszimmer, Wohnzimmer, eine gepflegte Aussenanlage mit tollem Pool, Sitzgelegenheiten und versteckten Plätzen zum Entspannen. Die Villa Cannella kann als Ganzes gebucht werden (wenn Ihr z.B. eine Gruppe von Leuten seid) oder Ihr könnt einfach ein Zimmer buchen. Für leckeres Essen wird ebenfalls gesorgt. Dieser Ort ist perfekt, wenn man die näheren Städte wie Marrakesch (15 km) oder Essaouira besuchen möchte, sich zwischendurch oder abends aber lieber etwas Ruhe und Idylle gönnt. Wer interessiert ist findet die Villa Cannella unter www.villa-cannella.com oder auf Booking.com. WICHTIG: Ihr müsst bei Booking.com mit dem Namen Villa Cannella suchen, sonst wird es nicht gefunden. Ich werde auf jeden Fall wieder an diesen magischen Ort zurückkehren ... |
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| Nach
einem leckeren Frühstück verlassen wir schweren
Herzens meinen Freund Abdel sowie Philippe's Villa und machen uns auf
den Weg nach
Essaouira, wo wir einen vorübergehenden Pflegeplatz für Mansoura finden
und sie tierärztlich untersuchen lassen müssen. Es ist wenig Verkehr auf der Strasse und wir kommen gut voran. Unsere Kleine schläft gemütlich auf Larina's Schoss. Um 14h00 kommen wir in Essaouira an und suchen umgehend einen Tierarzt für Mansoura auf. Wir werden gut beraten und die Kleine bekommt ein Mittel gegen Flöhe und Würmer. Wir werden vom Tierarzt darüber informiert, dass Mansoura diverse Untersuchungen über sich ergehen lassen muss und die ganze Prozedur etwa 4 Monate dauert. Ich muss nun also so schnell wie möglich einen Pflegeplatz für Mansoura finden und jemanden, der sie für ihre Ausreise Ende Juni vorbereitet. Einfacher gesagt als getan ... Einmal abgesehen vom völlig überteuerten Vorschlag der marokkanischen Praxisassistentin, Mansoura bei sich aufzunehmen war sonst nirgendwo mehr Platz für unsere Kleine. Aber dann gibt mir eine deutsche Betreiberin eines Tierheims Nicole's Nummer mit der Info Nicole wäre auch Schweizerin und könnte uns vielleicht helfen. Also rufe ich Nicole an und oh Wunder nach 2 Stunden herumtelefonieren kriege ich endlich eine positive Antwort. Also fahren wir mit unserem geduldigen Hundemädchen die 20 km zum privaten Hunde- und Katzenheim von Nicole Racine oberhalb von Essaouira. Nicole begrüsst uns freundlich und unsere Kleine noch freundlicher *smile*. Man merkt sofort, dass sie ein grosses Herz für ihre Schützlinge hat. Und Mansoura fühlt sich inmitten der vielen Hunde und Katzen pudelwohl. Sie fängt sofort mit dem gleichaltrigen schwarzen Welpen Blacky (der übrigens auch einen lieben Besitzer sucht) an zu spielen und wir haben ein gutes Gefühl, sie Nicole für 4 Monate anzuvertrauen. Mehr Videos über Mansoura in ihrem vorübergehenden Zuhause seht Ihr unter Videos Tag 6 und 7. |
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| Müde
vom vielen Herumtelefonieren fahren wir zurück nach Essaouira und
checken endlich im wunderschönen Riad Maison du Sud ein. Wie immer
werden wir sehr freundlich begrüsst. Da wir schon spät dran und
ausserdem hungrig sind gehen wir
danach umgehend in mein Lieblingsrestaurant mitten in der Medina etwas
Leckeres essen. Es war ein langer Tag und ich bin immer noch halb krank. Deshalb legen wir uns hinterher schnell in unsere bequemen Betten. |
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| Donnerstag, 12. Februar 2026 - Tag 7 Heute morgen können wir ein bisschen ausschlafen ... Ich habe total schlecht geschlafen, bin immer noch krank und mein Husten wird immer schlimmer. Trotzdem gehen wir nach einem feinen Frühstück raus. Ich möchte Larina die Festung mit den Kanonen und die Medina zeigen. Zuerst schauen wir uns die Festung mit den Kanonen und den temperamentvollen Atlantik an. Ich kann nie genug davon bekommen. Anschliessend gehen wir in die Medina, um ein paar Geschenke einzukaufen. Essaouira ist vor allem für seine Handwerkskunst, die Arganöl-Produktion und die Malerei bekannt. Natürlich besuchen wir auch Mohammed, meinen Kräuter- und Gewürzexperten. Er hat jetzt einen grösseren Laden und mixt mir sofort etwas aus Kaktushonig zusammen, als er meinen Zustand sieht *smile* ... gratis natürlich. Dafür kauft Larina fast sein ganzes Geschäft leer auf Geheiss ihres Bruders. Nach dem üblichen leckeren Tee gehen wir zurück zum Hotel und checken aus. Auf dem Rückweg besucht Larina noch kurz den Hafen von Essaouira und macht ein paar Bilder. Nun muss ich noch 3 Stunden Autofahrt nach Marrakesch schaffen ... in meinem Zustand wäre ich lieber im Bett. Aber Larina ist eine tolle Co-Pilotin und bringt uns sicher zum Flughafen Menara in Marrakesch. Der Rest geht wie im Traum an mir vorbei ... Auto zurückbringen, einchecken und nach Genf zurückfliegen. Nur die knapp 1-stündige Verspätung kriege ich irgendwie noch mit. Dann wache ich erst kurz vor der Landung wieder auf. Pascaline und Franck, unsere lieben Stellvertreter von zuhause holen uns um 24h00 am Flughafen Genf ab. Dann endlich, um 02h00 falle ich todmüde und nun ernsthaft krank in mein Bett. |
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| Epilog Diese Marokko-Reise war etwas anders ... viel Regen und Kälte, weniger Pferde als sonst, dafür einen Welpen! Aber es hat sich gelohnt. Wieder zuhause hat Abdel mich darüber informiert, dass mein 2-jähriges Rapp-Stutfohlen und die 5-jährige mausfalbe Stute gesund und munter in unserer Quarantäne-Station in Bouderbala angekommen sind und sich bereits wohlfühlen dort. Nachdem der Regen nachliess konnte Abdel sich endlich mit dem Besitzer der schönen Falbstute verabreden. Über Video-Call haben wir kommuniziert und ich habe mich entschieden, die Schönheit ebenfalls zu kaufen. Mittlerweile sind beide, die hübsche 3-jährige Palomino-Stute aus Fès und die 7-jährige falbe Stute vom Berg in Tissa ebenfalls in unserer Quarantäne-Station eingetroffen. Ich bin sehr glücklich, dass diese 4 Pferde nun in Sicherheit und nie wieder dem Elend der Souks ausgesetzt sind. Sie dürfen sich jetzt in ihren grossen Boxen ausruhen, werden anständig behandelt, erhalten täglich genug Futter und können sich regelmässig auf dem Paddock die Beine vertreten. Ich freue mich schon darauf, wenn die 4 hübschen Mädels dann vermutlich Ende Mai 2026 endlich bei uns in der Schweiz eintreffen. Bald werde ich hier neue Bilder oder Videos der 4 neuen Verkaufspferde reinstellen ... Ich bedanke mich ganz herzlich bei Abdel, der sich wie immer viel Mühe gegeben hat, damit ich meine Pferde finde ... |
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| Ich möchte
mich auch bei allen bedanken, die Mansoura über Gofundme oder auch
direkt an mich finanziell unterstützt haben, damit wir ihre Kosten für
Pension, Labor, tierärztliche Untersuchungen, Administratives und
Rückflug besser stemmen können. Ich konnte mit dem eingegangenen Geld
bereits 2 Monate Pension bezahlen. Ihr seid die Besten! Mansoura hat übrigens seit heute eine neue Besitzerin, die hundeerfahren ist und sich bestimmt gut um sie kümmern wird. Ich bin sehr glücklich, dass wir zur rechten Zeit am rechten Ort waren und dieses kleine Hundemädchen vor einem Leben auf der Strasse und vermutlich dem sicheren Tod retten konnten. Vielen Dank auch an Nicole Racine vom Tierheim Gite animalier l'espoir région Essaouira, die sich - obwohl überfüllt - sofort bereit erklärt hat unsere Kleine für 4 Monate aufzunehmen und sie durch den ganzen Untersuchungs-Dschungel zu begleiten. Nicole Racine leistet eine grossartige und dringend notwendige Arbeit mit den Hunden und Katzen in der Region von Essaouira und kann jede finanzielle Hilfe gebrauchen. Wenn also jemand von Euch etwas spenden, einen Hund bzw. eine Katze adoptieren oder eine Patenschaft für eines ihrer Tiere übernehmen möchte, dürft Ihr Euch gerne bei ihr (oder auch bei mir) melden. Bitte meldet Euch per Telefon über Whatsapp +212 657-322900 bei Nicole. Ihre Homepage: ttps://gitedelespoir.wixsite.com/gitedelespoirbouzama |
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| Vielen
Dank
fürs Zuschauen ... und ein grosses Dankeschön an meinen Mann Urs und
meine absolut genialen
Helfer Pascaline, Franck und Achille, die es möglich machten, dass
ich überhaupt verreisen konnte. Unsere Pferde werden voraussichtlich
Ende Mai 2026 bei uns eintreffen. Wenn Ihr an einem der Pferde
interessiert seid, dürft Ihr Euch gerne bei mir melden, um sie dann bei
uns auf dem Hof zu besuchen. Hoffentlich bis bald in Matzenried ... Daniela Stettler-Niffeler |